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Die Pastinake, botanisch Pastinaca sativa, oder Pastinak

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Pastinake

Die Pastinake, botanisch Pastinaca sativa, oder Pastinak, wird im Volksmund auch Moorwurzel oder Hammelsmöhre genannt. Sie gehört zur Gattung der Pastinaken innerhalb der Familie der Doldenblütler (Apiaceae).
Der Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt wählte das Wurzelgewächs zum Gemüse des Jahres 2011/2012.Als Wildform der Pastinake gilt die Art Pastinaca sativa subsp. sativa var. pratensis.
Die Kulturform wird unter dem Namen Pastinaca sativa subsp. sativa var. sativa gehandelt.

Beschreibung von Pastinaca

Pastinaca sativa wächst als Halbrosettenpflanze mit einer fleischigen Rübe, welche der Karotte ähnlich ist. Die Krautige Pflanze ist zweijährig und kann eine Höhe von bis zu 1,20 Meter erreichen. Das Gewächs weist ein starkes, süßliches Aroma auf.
Die Wurzeln der Pastinake sind frosthart. Die essbare Rübe wird nach dem ersten Jahr als Speicherorgan gebildet.
Pastinaca sativa weist doppeldoldige Blütenstände mit zwittrigen Blüten auf. Hüllblätter sind nicht vorhanden. Eine Bestäubung findet durch Insekten statt.
Die Früchte des Gewächses sind einsamige Schließfrüchte (Achänen). Eine Verbreitung erfolgt durch den Wind, durch Tiere oder durch den Menschen.
Das Saatgut verfügt etwa zwei Jahre lang über eine adäquate Keimfähigkeit.
Die Pastinake wächst wild auf  Wiesen, in Steinbrüchen sowie in Getreide.

Geschichtliches zu Pastinaca

Pastinaca sativa kann auf eine lange Geschichte als Gemüsepflanze zurückblicken. Sie wird nicht nur von Schafen verzehrt, sie dient auch den Menschen schon seit der Zeit des Römischen Reichs als Nahrungsmittel. Bis zur Hälfte des 18. Jahrhunderts war die Pastinake in Deutschland eines der wichtigsten Gemüsesorten. Die beinahe vollständige Verdrängung erfolgte durch die wachsende Popularität von Karotten und Kartoffeln. Die flächenmäßig größten Anbaugebiete der Pastinake befinden sich in England, den Niederlanden, Frankreich, im skandinavischen Raum sowie in den USA. In Deutschland nimmt der Anbau mittlerweile wieder zu.

Standort und Pflege von Pastinaca

Für einen optimalen Wuchs von Pastinaken sind lehmige oder moorige Böden günstig. Die Gewächse dulden Feuchtigkeit, vertragen jedoch keine andauernde Staunässe. Eine Aussaat erfolgt erst ab März, die Ernte findet im Oktober statt.
Pastinaca sativa ist anfällig für Echten sowie Falschen Mehltau, für Möhrenschwärze, Möhrenfliegen und Blattläuse.

Inhaltsstoffe von Pastinaca

Zu den Inhaltsstoffen von Pastinaca sativa zählen Fasern, Proteine, Kalium, Calciumoxalat, ätherische Öle und Vitamin C.

Relevant ist derzeit vor allem das in den Rüben enthaltene Inulin, welches zu den Fructanen zählt. Inulin wird von Korbblütlern sowie Doldenblütlern als Reservestoff eingelagert. In einer Behandlung von Diabetes mellitus kann Inulin als Stärkeersatz verwendet werden. Eine Beeinflussung des Blutzuckerspiegels erfolgt nicht.

Weiterhin gilt die Pastinake aufgrund des Inhaltsstoffes Inulin als natürlicher Appetitzügler und wird daher als Diätmittel angepriesen. Tatsächliche Belege darüber existieren jedoch nicht. Erwiesen ist jedoch die Tatsache, dass die Pastinake eine der gesündesten Gemüsesorten darstellt.

In der Pflanzenheilkunde wird Pastinaca sativa als Aufgussgetränk gegen Magenbeschwerden und leichtes Fieber verwendet. Die Volksheilkunde empfiehlt die Rübe als verdauungsförderndes sowie harntreibendes Mittel.

Verwendung und Zubereitung von Pastinaca

Pastinaken sind ein besonders vielseitiges Gemüse und können dementsprechend auf diverse Arten zubereitet werden.
Geschätzt wird die Wurzel vor allem als Suppengemüse. In England werden Pastinaken zu Mehl verarbeitet. Dieses dient als Basis für pikante Backwaren. Das Blattwerk der Pastinake kann in der Küche ähnlich wie Petersilie verwendet werden.
Weiterhin wird Pastinaca sativa zu Püree verarbeitet oder gedämpft als Beilage zu Fleischgerichten serviert. Das Wurzelgemüse kann außerdem roh genossen werden.
Eine neuere Form der Zubereitung stellt das Herstellen von Pastinaken-Chips dar. Hierzu werden die Rüben in feine Streifen geschnitten, mit Olivenöl beträufelt, gesalzen und im Ofen knusprig gebacken. In der Naturküche stellt diese Art der Zubereitung eine gesunde alternative zu herkömmlichen Kartoffelchips dar. Die Pastinakenchips können mit Dips oder pur verzehrt werden. Pastinaken in geraspelter Form finden sich mittlerweile auch wieder häufiger in Rohkostsalaten.
Pürierte Pastinaken sind aufgrund des niedrigen Nitratgehalts außerdem als Babynahrung geeignet. Wenn das vielseitige Wurzelgemüse zu lange gebraten wird, entfaltet sich ein unangenehmer, bitterer Geschmack.
In früheren Zeiten wurde aus Pastinaken zudem Wein und Bier hergestellt.

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