Die Afrikanische Teufelskralle ist in den Steppen Südafrikas und in Namibia beheimatet. Dort gilt sie schon lange als wirksame Heilpflanze und wird gegen Fieber, Schmerzen und Verdauungsbeschwerden eingesetzt. Im europäischen Raum wird derzeit die Wirkung des Gewächses bezüglich bestimmter rheumatischer Erkrankungen eingehend untersucht. Denn die Teufelskralle soll, regelmäßig verwendet, entzündlichen Gelenkerkrankungen und daraus resultierenden Schmerzen entgegenwirken.

Afrikanische Teufelskralle

Die Afrikanische Teufelskralle, botanisch Harpagophytum procumbens, zählt zur Familie der Sesamgewächse und weist keinerlei Verwandtschaft zur Gattung Phyteuma (Teufelskrallen) aus der Familie der Glockenblumengewächse auf.
Die krautige Pflanze wächst niederliegend, ihre Triebe werden etwa 1,5 Meter lang. Sie bildet auffällig große Blüten und verfügt über armähnliche Auswüchse mit spitzen Widerhaken an ihren Früchten. Zu medizinischen Zwecken werden mittlerweile ausschließlich die Speicherwurzeln der Teufelskralle verwendet.

Gefährdung der Pflanzenart

Die Teufelskralle zählt zu den gefährdeten Pflanzenarten, da sie vorwiegend wild geerntet wird. Durch die pharmazeutische Nutzung wurden einzelne Bestände stark dezimiert. Aufgrund von Kultivierungsschwierigkeiten wird die Teufelskralle nur äußerst selten angebaut. Durch die konsequente, ausschließliche Ernte der Speicherwurzeln bleiben die Hauptwurzeln der Gewächse jedoch erhalten und die Pflanze stirbt nicht ab. Dies soll den natürlichen Bestand von Harpagophytum procumbus erhalten und im Laufe der Zeit erhöhen.

Afrikanische Teufelskralle

Afrikanische Teufelskralle

 

Anzucht

Aufgrund der niedrigen Keimrate ist beim Anbau der Teufelskralle vor allem Geduld gefragt. Das Saatgut benötigt Kakteensubstrat oder Anzuchterde mit hohem Sandgehalt. Die Samen müssen gleichmäßig feucht sowie warm gehalten werden.

Inhaltsstoffe und Wirkung

Harpagophytum procumbens verfügt über Iridoid-Glykoside, Flavonoide, Chlorogensäure, Fettsäuren, Zimtsäure sowie einige Phenylpropanoide.
Die Pflanze weist abschwellende, entzündungshemmende, schmerzstillende und blutverdünnende Wirkung auf. Weiterhin besitzt die Teufelskralle verdauungsfördernde und appetitanregende Eigenschaften.

Die Teufelskralle in der medizinischen Forschung

Mehrere klinische Studien weisen auf einen erheblichen Nutzen des Gewächses bei der Behandlung von Schmerzen durch Muskel- und Gelenkerkrankungen auf. Es existieren sowohl wissenschaftliche belegbare Heilwirkungen als auch Heilkräfte, welche aus ethnobotanischen Erfahrungsberichten abgeleitet werden.

Volksmedizinisch und ethnopharmakologisch spielt die Teufelskralle bei Erkrankungen wie Polyarthritis, Neuralgien, Weichteilrheumatismus, Sehnenentzündungen und Spondylose eine große Rolle. Weiterhin wurden positive Wirkungen im Bezug auf Geburtsschmerzen und Schmerzen in den Gelenken bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (Morbus Crohn) beobachtet.

Wissenschaftlich haltbar sind die Erkenntnisse bezüglich der Wirkung bei degenerativen Erkrankungen des Bewegungsapparates. Hier kann die Teufelskralle therapieunterstützend verwendet werden. Bei Schmerzen in der Lendenwirbelsäule wirkt Harpagophytum procumbens lindernd. Ebenfalls wissenschaftlich belegbar und zudem auch volksmedizinisch bekannt sind die verdauungsfördernden Eigenschaften.
Bei Geschwüren im Magen und Darm sollte jedoch von einer Therapie mit der Teufelskralle abgesehen werden.

Welche Inhaltsstoffe genau für die schmerzstillende und entzündungshemmende Wirkung der Teufelskralle sorgen, konnte in langjährigen Studien noch nicht eindeutig festgestellt werden. Es sind allerdings diese heilenden Eigenschaften, welche im Fokus der Forschung stehen, und eine eventuelle, positive Wirkung bei Erkrankungen wie Arthrose und Rheuma mit sich bringen. Eine fundierte Standarttherapie kann durch die Verwendung der Teufelskralle keinesfalls ersetzt werden, die Behandlung von rheumatischen Erkrankungen und Arthritis mit Harpagophytum procumbens stellt allerdings eine erfolgversprechende Ergänzung dar. Vor einer Therapie mit Präparaten, welche auf der Teufelskralle basieren, sollte ein Mediziner zu Rate gezogen werden.

Teufelskrallen-Tee

Bei leichten Verdauungsbeschwerden wie Blähungen oder Völlegefühl kann ein Tee aus der Wurzel von Harpagophytum procumbens lindernd wirken. Die Konzentration der Wirkstoffe in Aufgussgetränken ist jedoch für eine Behandlung von Gelenkschmerzen zu niedrig.
Teufelskralle eignet sich besonders gut für Teemischungen mit Kräutern, da die Wurzel des Gewächses einen sehr bitteren Geschmack aufweist.

 

Tinkturen aus der Teufelskralle

Tinkturen aus Harpagophytum procumbens können äußerlich angewandt werden. In Form von Umschlägen oder Salben wirken sie lindernd bei leichter Schuppenflechte oder ungefährlichen Ekzemen. Eine Tinktur kann mit Teufelskrallen-Wurzel und Doppelkorn hergestellt werden. In einem verschlossenen Glas muss die Mischung etwa vier Wochen ziehen. Nach dem Abseihen kann die Tinktur in eine dunkle Flasche umgefüllt werden. Die Tinktur eignet sich auch zur innerlichen Anwendung. Während einer Schwangerschaft sollten Präparate mit Auszügen aus der Teufelskralle nur nach Rücksprache mit einem Schulmediziner verwendet werden.