Tipps von der Anzucht aus Samen, bis zur Ernte der ersten Tomaten

Tomaten gehören zu den Pflanzen, die im Garten oder auf dem Balkon gut gedeihen. Mit den richtigen Voraussetzungen bei der Aussaat und Pflege können Sie mit einem reichen Ertrag rechnen. Tomaten aus dem eigenen Garten schmecken roh und im Salat, gekocht und als Bestandteil zahlreicher Gerichte. Sogar eingelegt oder getrocknet können Tomaten den Speiseplan bereichern. Sie haben die Wahl zwischen vielen verschiedenen Sorten. Informieren Sie sich jetzt über den passenden Zeitpunkt für die Aussaat und die Rahmenbedingungen, damit Sie sich im Sommer über wohlschmeckende Tomaten freuen können!

Wissenswertes über die Aussaat von Tomatenpflanzen

alte Tomatensorte, Green Zebra

Green Zebra ist eine berühmte, samenfeste, alte Tomatensorte

Sie können junge Tomatenpflanzen bereits vorgezogen in Gärtnereien oder auf dem Wochenmarkt kaufen. Viel mehr Spaß macht es aber, wenn Sie Ihre eigenen Tomatenpflanzen aus Samen selbst ziehen. Das ist nicht schwer und gelingt auch unerfahrenen Gärtnern. Wichtig sind dafür gute Samen, entweder selbst gesammelt oder aus dem Fachhandel, ein geeignetes Substrat und natürlich das Wissen über den richtigen Zeitpunkt. Auch die Licht- und Wärmeverhältnisse sowie der korrekte Umgang beim Gießen spielen eine wichtige Rolle.
Wenn Sie Samen selbst sammeln möchten, müssen Sie bedenken, dass die meisten im Handel erhältlichen Tomatensorten Hybride sind. Hybridsorten sind keine samenfesten Tomatensorten. In der Praxis bedeutet dies, dass die Samen nicht keimfähig sind, beziehungsweise  genetisch sehr instabile Pflanzen hervorbringen. Dies äußert sich in einer deutlich höheren Anfälligkeit für diverse Krankheiten, sowie sehr uneinheitliche Eigenschaften in Bezug auf Wachstum und Geschmack.

Zur Aussaat sollten daher nur Samen von sogenannten samenfesten Tomatensorten, alten Tomatensorten verwendet werden.

Nur so wissen Sie schon vor der Ernte, ob und was Sie am Ende Ernten werden.  Gute, erfolgsversprechende Tomatensamen können im Fachhandel für kleines Geld erworben werden.  Außerdem brauchen Sie eine spezielle Anzuchterde. Die Aussaaterde sollte nährstoffarm sein. Achten Sie beim Kauf auf die Kennzeichnung. Die Gefäße sollen relativ flach sein. Sehr gut geeignet sind Hilfsgefäße aus gepresstem Torf, die mit der Unterteilung ideal für die Aussaat von Tomatensamen sind.

schwarze tomatensorte

Schwarze, samenfeste, alte Tomatensorte „Black Krim“

Der beste Zeitpunkt für die Aussaat ist ab Ende Februar. Befüllen Sie das Anzuchtgefäß mit der Erde und legen Sie die Samen einzeln in die Erde, nur etwa 2-3mm unter die Oberfläche. Da Tomaten ursprünglich aus dem tropischen Südamerika stammen, benötigen sie für einen guten Keimerfolg auch Wärme, mindestens Zimmertemperatur. Stellen Sie die Aussaatgefäße somit an einem warmen Standort auf und halten das Substrat gleichmäßig feucht. Tomaten keimen in der Regel dann recht zügig und zuverlässig.
Wenn Sie ein Gefäß ohne Einteilung verwenden, legen Sie die Samen im Abstand von wenigen Zentimetern aus. Dann bedecken Sie die Samen dünn mit Erde und befeuchten alles mit einem Wassersprüher. Regenwasser ist am besten, Sie können aber auch Wasser aus der Leitung verwenden. Das Wasser sollte immer Zimmertemperatur haben. Über das Anzuchtgefäß kommt am besten eine transparente Abdeckhaube oder eine Folie. Die Erde muss regelmäßig befeuchtet werden, darf aber nicht komplett nass werden. Mit einer Sprühflasche gelingt das am besten. Zudem lüften Sie täglich, indem Sie die Abdeckung für einige Zeit abnehmen.

 

 

Die ideale Keimtemperatur liegt zwischen 18 und 25 Grad. Es dauert etwa zehn Tage, bis erste Ergebnisse sichtbar sind. Die ganz jungen Pflänzchen bleiben noch eine Zeitlang in dem Pflanzgefäß mit Anzuchterde. Wenn sich die ersten Blättchen an den Jungpflanzen deutlich gebildet haben, müssen Sie die Pflanzen pikieren. Darunter versteht man das Umsetzen in einzelne Töpfe.
Nehmen Sie dafür die Pflanze mitsamt dem Wurzelballen aus der Erde. Ein spezieller Pikierstab oder ein Löffel helfen dabei.
Dann setzen Sie jede Tomatenpflanze in einen Topf mit normaler Erde. Der Topf sollte einen Durchmesser von circa neun Zentimetern haben.  Die umgesetzten Pflanzen bleiben noch mindestens sechs Wochen im Haus oder im Gewächshaus. Gießen Sie behutsam und achten Sie darauf, dass sich keine Staunässe bildet.

Die Pflege von Tomatenpflanzen: So gelingt das Auspflanzen und die Aufzucht

Wenn die Tomatenpflanzen ungefähr 30 Zentimeter hoch sind und kräftig aussehen, dürfen sie ins Freiland umziehen.
Eine weitere Voraussetzung ist die Außentemperatur: Frost darf nicht mehr herrschen.  Starke Temperaturschwankungen
müssen ebenfalls vermieden werden. Wenn die Pflanzen direkt ins Freie gesetzt werden sollen, passiert dies erst Mitte Mai nach den sogenannten Eisheiligen. Tomatenpflanzen wachsen sehr gut in einem großen Topf mit nährstoffreicher, lockerer Erde. Für Freilandtomaten ist ein Beet ebenfalls ein guter Standort, die Erde können Sie vor dem Auspflanzen mit reifem Kompost anreichern. Schwere und lehmige Böden sind ungünstig, aber auch ein zu sandiger Boden wirkt sich negativ auf das Wachstum aus. Achten Sie auch auf den richtigen Standort. Ein geschützter, sonniger Platz ist ideal. Wenn Sie die Pflanzen ins Freie setzen, ist je nach Sorte ein Abstand von 50 bis 80 Zentimetern richtig.

Am besten und auch am ertragreichsten wachsen Tomaten jedoch im Gewächshaus. Tomaten reagieren empfindlich auf Regen. Mit einem Tomatenhaus aus Holz und Folie schützen Sie die Pflanzen, außerdem ist dann auch das Klima wärmer.

Die Pflanzen bilden in den Blattachseln dünne Triebe (Geiztriebe), diese müssen entfernt werden. Ebenso müssen die Haupttriebe mit einem Stab gestützt werden. Gewundene Stäbe sind eine gute Rankhilfe, an der sich die Pflanzen selbstständig festhalten können. Bei geraden Rankstäben befestigen Sie die Triebe vorsichtig mit Bast oder Klammern.
Gießen Sie die Pflanzen regelmäßig mit abgestandenem Wasser, aber bitte nur die Erde und den unteren Bereich, nicht die ganze Pflanze mitsamt den Blättern wässern! Sie vermeiden damit, dass die Pflanzen an Braunfäule erkranken. Wasser ist immer dann notwendig, wenn die obere Erdschicht trocken ist oder die Blätter zu hängen beginnen.  Düngergaben hängen von der Beschaffenheit der Erde ab. Sinnvoll ist es bei normaler Gartenerde, wenn Sie nach dem Aussetzen ins Freie und dann etwa ein- bis zweimal pro Monat einen
speziellen Tomatendünger verwenden. Gut geeignet ist auch eine selbst angesetzte Brennesseljauche.

Die Tomaten-Ernte vom richtigen Zeitpunkt bis zur Nachreife im Spätherbst

Die ersten reifen Tomaten können Sie, abhängig von der Sorte, ab Juli ernten. Die Früchte sollten gleichmäßig rot sein und sich am Blütenansatz mit einer Drehung leicht lösen lassen. Warten Sie lieber ein wenig ab anstatt zu früh zu ernten. Tomaten reifen bis zum Spätherbst. Erst wenn das Wetter umschlägt, müssen auch unreife Tomaten geerntet werden. Auf dem Fensterbrett oder an einem
anderen warmen Ort reifen die Früchte aber innerhalb einiger Tage problemlos nach.