Als Superfoods gelten natürliche, nicht auf industriellem Wege entstandene Nahrungsmittel mit meist exotischer Herkunft, welche einen besonders hohen Anteil an Vitaminen, Enzymen, Mineralstoffen, Antioxidantien oder Proteinen aufweisen und darum als besonders gesund gelten. Tatsächlich enthalten einige Sorten von Superfoods auch viele gesundheitsfördernde Substanzen, inwiefern diese vom menschlichen Körper aufgenommen und genutzt werden können, ist von mehreren Faktoren abhängig. Integriert in eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung können Superfoods durchaus eine positive Wirkung auf den menschlichen Körper haben. Sich jedoch allein auf die Wirksamkeit der neuzeitlichen Wunderheilmittel zu stützen, führt zu keinem nennenswerten Ergebnis und kann mitunter sogar gesundheitliche Schäden hervorrufen.

Was sind Superfoods

Der Begriff „Superfoods“ ist ein durch mediale Verbreitung entstandenes Modewort und keinesfalls fachlich definiert oder geschützt. Die Bezeichnung fiel erstmals in den Vereinigten Staaten von Amerika, von dort aus verbreitete sich der Begriff dann auch auf anderen Kontinenten. Mittlerweile sind immer mehr Sorten von Superfoods und die damit verbundenen Mythen über ihre heilende Kräfte auch im europäischen Raum bekannter.

Im Allgemeinen beschreibt der Begriff „Superfood“ ein bestimmtes Lebensmittel, welches mehr Nährstoffe sowie weitere Substanzen wie Vitamine enthält, als andere Nahrungsmittelsorten. Eine klare Definition, welche Inhaltsstoffe und welche Menge hierbei ausschlaggebend sind, existiert derzeit nicht.

Eine besondere Rolle spielt bei den Superfoods zudem ihre Herkunft, also beispielsweise das Anbauland. Wie auch bei dem Modebegriff „Superfrüchte“ entsteht bei Superfood-Arten die Beliebtheit zumeist aufgrund von einem, mehr oder weniger tatsächlichen, Exotik-Faktor. Je exotischer ein Lebensmittel scheint, desto eher wird den Erzählungen über heilende Wunderkräfte Glauben geschenkt. Um Superfoods als Lebensmittel adäquat verwerten zu können, muss unbedingt eine Differenzierung zwischen den tatsächlichen wirksamen Eigenschaften und medialer Manipulation sowie verkaufsfördernden, irreführenden Werbestrategien erfolgen.

Superfoods und ihre Wirksamkeit

Zu den besonders exotischen Superfoods zählt die Acai-Beere. Das Fruchtfleisch des Obstes verfügt über nachweisbare antioxidative Eigenschaften. Ein eventueller Nutzen für den Menschen und seine Gesundheit muss jedoch noch wissenschaftlich bestätigt werden. Auch der Granatapfel zählt zu den Superfoods, sein Saft senkt temporär den Blutdruck und wirkt somit mit großer Wahrscheinlichkeit dem Risiko eines Herzinfarktes entgegen. Die asiatische Goji-Beere wird häufig als Jungbrunnen angepriesen, da sie eine hohe Anzahl an Antioxidantien enthält. Jedoch sind ausländische Produkte häufig mit Pestiziden verunreinigt und selten frisch auf dem europäischen Markt erhältlich. Nahrungsergänzungsmittel auf der Basis von Superfoods in Form von Kapseln und Pulver versprechen Antioxidantien und Vitamine in besonders hoher Konzentration, jedoch ist auch die richtige Kombination der einzelnen Wirkstoffe sowie die natürliche Form von Belang. Als weniger exotische, und dennoch sehr wirksame Alternativen gelten heimische Früchte wie rote Trauben, Johannisbeeren und Holunder, auch hier sind Antioxidantien sowie viele Vitamine enthalten. Zudem sind die Obstsorten frisch auf dem europäischen Markt zu erwerben. Problematisch ist weiterhin eine radikale Dezimierung der Bestände von bestimmten Gewächsen. Da der Hoodia-Kaktus im Rahmen eines US-amerikanischen Ernährungstrends als wirkungsvoller Appetitzügler angepriesen wurde, galt er kurzzeitig als fast gänzlich ausgerottet. Auch die gewöhnliche rote Beete und Kakao gelten aufgrund von hohem Nitratgehalt sowie den Blutdruck senkenden Eigenschaften als Superfoods.

Wissenschaftlich-medizinische Aspekte im Bezug auf Superfoods

In den meisten Superfoods befinden sich tatsächlich bestimmte Substanzen, welche über gesundheitsfördernde Eigenschaften verfügen. Dies konnte bereits durch mehrere wissenschaftliche Studien bewiesen werden. Allerdings besteht ein erheblicher Unterschied zwischen den einzelnen Forschungsmethoden und der eigentlichen, natürlichen Nahrungsaufnahme des Menschen und dem Verdauungsprozess des Körpers. Die meisten Studien beziehen sich außerdem auf besonders große Mengen der zu testenden Substanzen, diese Mengen werden allein durch den Verzehr von Superfoods in der Regel nicht erreicht. Bei einigen Nahrungsmitteln lässt sich diesbezüglich sogar eine Kontraproduktivität feststellen. Denn durch die Aufnahme von hohen Dosen an gesundheitsfördernden Substanzen kann die gleichzeitige Aufnahme von gesundheitsschädlichen Substanzen beim Verzehr nicht vermieden werden. Weiterhin spiegeln die sogenannten In-Vitro-Forschungen mit menschlichen Zellen in Form von isolierten Kulturen keinesfalls wider, wie sich die untersuchten Substanzen tatsächlich auf einen vollständigen menschlichen Organismus auswirken. Diese Tatsachen sprechen also eher für eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung als für den ständigen Verzehr einzelner Superfood-Sorten.

Um mit Hilfe von Superfoods das körperliche und geistige Wohlbefinden zu verbessern und Krankheitsrisiken zu minimieren, ist eine objektive Herangehensweise erforderlich. Superfoods sind durchaus in einen ausgewogenen und gesundheitsfördernden Speiseplan zu integrieren, die Integration muss nur auf adäquatem Wege erfolgen. Statt sich auf eine bestimmte Gemüseart oder eine Obstsorte festzulegen, sollten besser verschiedenste Nahrungsmittel immer wieder regelmäßig verzehrt werden. Als gesündere und risikoärmere Alternative zu überteuerten und bezüglich der Wirksamkeit fragwürdigen Präparaten sind frische Früchte sowie Gemüsesorten anzusehen. Weiterhin gilt es, darüber aufzuklären, dass Superfoods aufgrund ihrer Eigenschaften ungesunde Lebensmittel nicht gesünder machen können. Stark zuckerhaltige Zerealien werden beispielsweise durch die Zugabe von Acai-Beeren nicht automatisch zu einem gesunden und ausgewogenem Frühstück. Dennoch ist nicht von Früchten und Gemüsesorten exotischer Herkunft abzuraten. In der Volksheilkunde, der TCM und der Pflanzenheilkunde spielen Superfoods wie Ingwer, Maulbeeren, Sanddorn, Heidelbeeren oder Kokosnüsse schon lange eine relevante Rolle.

Einige bekannte und beliebte Superfoods

Leinsamen

Die unverdaulichen Pflanzenfasern von Leinsamen können Giftstoffe im menschlichen Körper binden und helfen, diese auszuscheiden. Die kleinen Körner enthalten viele Ballaststoffe. Leinsamen werden häufig Müsli beigegeben oder in Salaten verarbeitet.

Agavensirup

Der Dicksaft der Agave ist süßer als regulärer Zucker, hat aber weniger Kalorien. Ähnlich wie Honig, jedoch mit geringerer Auswirkung auf den Blutzuckerspiegel, kann Agavensirup als Süßungsmittel für fast alle Speisen dienen.

Matcha

Der zu feinem Pulver zerriebene Grüntee aus Asien enthält viel Vitamin A, B, C und Catechine. Das aufgebrühte Getränk fördert den Energieverbrauch und hemmt die Speicherung von Fett im menschlichen Körper. Matcha ist außerdem Bestandteil vieler Fruchtsaft- und Milchmischgetränken.

Acai-Beeren

Acai-Beeren wirken sich auf den Stoffwechsel aus und erhöhen den Umsatz von Energie, sie gelten als absolute Schlankmacher. Die Früchte der Kohlpalme enthalten Phytosterine, Anthocyane sowie viele Vitamine. Acai-Beeren können einfach verzehrt oder als Pulver mit anderen Lebensmitteln zubereitet werden.

Chiasamen

Chia (Salvia hispanica) stammt aus Mexiko und diente schon den Azteken als Nahrungsmittel. Die Samen enthalten Antioxidantien und Omega-3-Fettsäuren. Außerdem ist der Anteil an Kalzium besonders hoch. Chiasamen werden im europäischen Raum häufig als Beigabe zu Müsli verzehrt.

Weizengrassaft

Der frisch gepresste Saft aus Weizengras enthält viel Vitamin A, C, E, K, Eisen, Zink und Selen. Der Gehalt an Vitamin B12 ist hingegen eher gering.

Bambussalz

Bambussalz wurde schon von buddhistischen Mönchen hergestellt. Es dient zum Verfeinern von Gemüse und Salaten.

Kokoswasser

Kokoswasser wird aus noch unreifen Früchten gewonnen und ist fettfrei. Die Konzentration von verschiedenen Mineralien (Mangan, Kalium, Natrium) neutralisiert den Säureüberschuss im menschlichen Körper.

Maulbeeren

Maulbeeren schmecken im getrockneten Zustand ähnlich wie Rosinen und sind die Früchte des Maulbeerbaums (Morus). Es gibt drei Arten. Die aus Asien kommenden Beeren machen die Haut widerstandsfähiger gegen aggressive UV-Strahlung.

Ashwagandha

Ashwagandha ist auch als Indian Ginseng bekannt und spielt in der ayurvedischen Heilkunst eine besonders wichtige Rolle. Das Pulver wird in heißer Milch aufgelöst und getrunken. Es soll gegen Hautunreinheiten wirken.

Goji-Beeren

Goji-Beeren stammen vom gemeinen Bocksdorn (Lycium barbarum). Goji-Beeren gelten als sehr gesund, sind jedoch nicht gesünder als viele andere Obst-Sorten. Nachgewiesen wurden antioxidative und immunregulierende Eigenschaften.

Camu-Camu

Die Camu-Camu-Früchte stammen vom Myrtenstrauch Myrciaria dubia und kommen im Amazonasgebiet vor. Sie enthalten viel Vitamin C.

Moringa

Moringa zählt zu den Bennussgewächsen. Aus den Samen wird Öl, aber auch Seife und Kosmetik hergestellt. Junge wurzeln können als Gemüse verzehrt werden. Moringa ist häufig Bestandteil von grünen Smoothies.

Kakaobohnen

Ungeröstete Kakaobohnen enthalten Dopamin und weitere stimmungsaufhellende Substanzen. Zudem wird derzeit erforscht, ob die Samen des Kakaobaums sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System des menschlichen Körpers auswirken.